Museumsfestival 2005 PDF Print E-mail
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 16.- 24.Februar 2005 in Dresden

Museumsfestival 2005

 Konzept

Mit einem Festival, das im Einstein-Jahr die Frage nach Wesen und Wahrnehmung von "Zeit" diskutieren und präsentieren möchte, feiert das Erich Kästner Museum in Dresden den 106. Geburtstag des Schriftstellers und zugleich das eigene sechsjährige Bestehen.

Unser mobiles interaktives micromuseum® verknüpft auf neuartige, ressourcensparende, lokal wie international öffentlichkeitswirksame Weise in einer architektonisch-inhaltlichen Gesamtdramaturgie traditionelle Museumsinhalte mit neuester Medientechnologie und lädt Besucher aller Generationen dazu ein, sich mittels eines neuen pädagogischen Ansatzes spielerisch und selbsttätig die komplexe Kästner-Welt zu erobern. Verschiedene jährlich stattfindende Projekte und Netzwerkaktivitäten unterstützen den kommunikativen Charakter des Museumskonzeptes.

Ausgehend von der bereits 1998 gezeichneten Piktogrammserie, mit der sein Erfinder, Ruairí O'Brien, das Wesen des micromuseum® bildhaft dargestellt hat, bietet das Museum mit jeweils einem der 15 Piktogramme als Leitmotiv - in diesem Jahr die "Zeitmaschine" - in Zusammenarbeit mit renommierten Persönlichkeiten und wichtigen Kulturinstitutionen ein vielfältiges, genre- und generationsübergreifendes Programm an.

Zukunftsvisionen und andere Zeit-Fragen im Werk Erich Kästners werden mit themenbezogenen Arbeiten von Kästnerschen Zeitgenossen und Gegenwartskünstlern verbunden.

 

Eine Zeitmaschine kann Menschen in die verschiedensten Zeiten und Räume versetzen; sie erhalten somit Einblick in andere Welten. Eine Zeitmaschine zu bauen, ist ein uralter Menschheitstraum. Dresdner Schüler können ihn sich in diesem Jahr in der Villa Augustin erfüllen.

In Walter Henckels Inszenierung "Kästner.Zeit" begegnen zeitreisende Besucher dem kleinen Jungen, der von einer besseren Zukunft träumt ebenso wie dem gealterten Autor, der kritisch auf ein bewegtes Leben zurückschaut.

Zukunftsvisionen finden sich im Kästnerschen Werk zuhauf - ob die Vernichtung der Erde "am 12. Juli 2003", die stete Hoffnung auf ein friedlicheres Miteinander oder auf die Entwicklung des Menschen zu einem besseren Wesen. So hätte auch Kästners Erfindung Prof. Bumke, Hersteller des "synthetischen Menschen", seine helle Freude an den Androiden Typ Nexus 6 in Ridley Scotts Science-Fiction Kultfilm "Blade Runner" gehabt.

 

Das Medium Film bietet überhaupt die Möglichkeit, die Grenzen von Raum und Zeit für Stunden zu vergessen. Unterschiedliche Versionen desselben Filmstoffes sind zugleich immer auch eine Zeitreise in die gesellschaftlichen Umstände ihrer Entstehung: von den 30er Jahren bis ins 21. Jahrhundert reicht die Spannweite der Filme, die nach Kästnerschen Stoffen entstanden sind.

Die gemäßigt sozialreformerischen Ansichten Erich Kästners, zugespitzt verarbeitet in "Fabian" (1931), stammen u.a. aus den Romanen von Herbert George Wells - "Die Zeitmaschine" (1895) -, welche Kästner begeistert besprochen hat.

Ein anderes wichtiges Gesicht in der "Zeitmaschine" des 20. Jahrhunderts war der deutsch-amerikanische Architekt Konrad Wachsmann, Erbauer von Einsteins Sommerhaus in Caputh bei Potsdam, dessen wechselvolle Lebensgeschichte ebenfalls geprägt wurde von den Auseinandersetzungen um die künftige Gestaltung einer für alle Menschen bewohnbaren Welt.

Über das Leben und Wirken des "Jahrhundertgenies" Albert Einstein trägt aus jüngster, populärwissenschaftlicher Sicht der Physiker Markus Pössel vor, tätig am Albert-Einstein-Institut in Potsdam.

Als erstes Museum die virtuelle Welt vollständig zu betreten, gelingt dem Erich Kästner Museum dank der mehrjährigen Unterstützung des Media Design Center der TU Dresden. An Kästners Geburtstag wird das Projekt auf dem neuesten Stand seiner Entwicklung vorgestellt, und es folgt ein Film, der wesentliche Motive zeigt, die auch im Kästnerschen Werk zu finden sind wie das Doppelgängermotiv, die moralische Entwicklung des Menschen, das Kind als Symbol für den besseren Menschen: "A.I. - Künstliche Intelligenz".

Zeitreisen unternehmen kann der Festivalbesucher in der neuen Kabinettausstellung des Erich Kästner Museums oder auch auf den literarisch-kabarettistischen Spaziergängen durch Kästners Neustadt.

Wer gerne persönlich die zeitlose Strahlkraft des Kästnerschen Werkes unter Beweis stellen und öffentlich daraus vortragen möchte, kann sich im Kleinen Haus dem Wettbewerb der Dresdner Slammer anschließen. Slams sind über Generations- und Landesgrenzen hinweg beliebte Literaturwettkämpfe, bei denen vor allem die Vortragskunst der Teilnehmer eine entscheidende Rolle spielt. Seinen Abschluß findet das Museumsfestival mit der gemeinschaftlichen Buchpräsentation "Karneval des Kaufmanns", herausgegeben von Klaus Schuhmann im Lehmstedt-Verlag, in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek.

 
 

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